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Der technische Standard der Swiss QR-Rechnung (IG QR-Bill) einfach erklärt

16. Oktober 2026 · facturio.ch

Hinter dem schwarzen Quadrat auf jeder QR-Rechnung steht ein formales Regelwerk: die Swiss Implementation Guidelines for the QR-bill, gepflegt von SIX Interbank Clearing. Hier steht, was der Standard sagt — ohne Fachjargon.

Was der Standard ist und wer ihn schreibt

Die QR-Rechnung ist in den «Swiss Implementation Guidelines for the QR-bill», kurz IG QR-Bill, definiert; jede QR-Rechnung muss deren Bestimmungen einhalten. Die Richtlinien verstehen sich selbst als Standard für das schriftliche Fakturieren in der Schweiz und in Liechtenstein.

Zwei Dokumente leisten die Arbeit. Die Implementierungsrichtlinien definieren den technischen Inhalt des Zahlteils mit dem Swiss QR Code und des Empfangsscheins; der Style Guide QR-bill, seit 1. Januar 2026 in Version 1.1, legt das Layout fest — Schriften, Feldpositionen und die Trennlinie mit der Schere.

Die primäre Zielgruppe sind nicht Sie, sondern die Hersteller Ihrer Werkzeuge: Die Spezifikation richtet sich in erster Linie an Rechnungssteller, aber auch an Finanzinstitute, ihre Dienstleister und Softwareentwickler für Rechnungssteller, -empfänger und Banken.

Die IG QR-Bill ist ein Zahlungsstandard, kein Gesetz — für Abweichungen gibt es keine Busse. Die Sanktion ist praktischer Natur: Ein nicht konformer Code wird von Scannern und E-Banking abgelehnt, die Zahlung wird manuell erfasst, und Sie erhalten Ihr Geld später.

Was die Spezifikation konkret festlegt

Das Dokument fixiert die beiden abtrennbaren Teile: den Empfangsschein und den Zahlteil mit dem Swiss QR Code. Der Zahlteil muss dem Format DIN A6 (105 × 148 mm) entsprechen und ist zum Abtrennen von der Rechnung perforiert.

Im Code folgen die Datenelemente einer festen Reihenfolge: QR-Typ, Version, Zeichensatz, Konto (IBAN oder QR-IBAN), Zahlungsempfänger, Betrag, Zahlungspflichtiger, Referenz und zusätzliche Informationen. Alles steht auch als Klartext auf dem Zahlteil — so kann der Empfänger die Daten vor der Zahlung prüfen.

Adressen müssen strukturiert sein (Adresstyp S): Name, Strasse, Hausnummer, PLZ und Ort sind eigene Elemente. Seit dem 22. November 2025 lässt Version 2.3 nur noch die strukturierte Form zu, und der Zeichensatz wurde um zusätzliche Akzente und Umlaute erweitert.

Auch optionale Felder sind geregelt: Rechnungsinformationen und alternative Verfahren, etwa eBill, nutzen ein zweistelliges Kodierungsschema, das vor der Verwendung mit SIX vereinbart werden muss. Gedruckte QR-Rechnungen verlangen zudem Papier mit 80 bis 100 g/m², weiss oder zertifiziert recycelt.

Was sich mit Version 2.4 im November 2026 ändert

Der Standard wird versioniert. Version 2.3 ist seit dem 22. November 2025 in Kraft; Version 2.4 folgt mit dem SIC-Release vom 13. November 2026 und gilt ab dem 14. November 2026.

Nichts wird über Nacht abgeschaltet: Version 2.3 bleibt bis November 2027 gültig. Für Rechnungen in Schweizer Franken bringt Version 2.4 ausdrücklich keine technischen Anpassungen — wenn Ihre Kunden in CHF zahlen, müssen Sie nichts umstellen.

Die Änderungen betreffen Euro-Rechnungen. Weil euroSIC im November 2027 eingestellt wird, sind QR-IBAN und QR-Referenz neu ausschliesslich für CHF-Zahlungen reserviert. QR-Rechnungen in Euro bleiben möglich — nur noch mit normalem IBAN plus Creditor Reference (SCOR, ISO 11649) oder unstrukturierter Mitteilung.

SIX empfiehlt Rechnungsstellern mit EUR-QR-Rechnungen aus QR-IBAN und QR-Referenz den Wechsel auf IBAN mit Creditor Reference schon 2026. Wer aus der Schweiz EU-Kunden fakturiert, klärt das jetzt mit der Software — nicht erst im November 2027.

Konform bleiben, ohne sechzig Seiten zu lesen

SIX prüft Ihre QR-Rechnungen nicht auf Qualität, und es besteht keine Pflicht, sie prüfen zu lassen — eine Bank schaltet sich nur ein, wenn sie dies ausdrücklich verlangt. Den Standard setzen in der Praxis jeder Scanner, jede Banking-App und jeder Postschalter durch.

Ihre Selbstkontrolle übernimmt daher die Arbeit: Erzeugen Sie QR-Rechnungen nur mit Software, die die aktuelle Version umsetzt, und testen Sie die erste Rechnung — dekodieren Sie den QR-Code und gleichen Sie ihn mit den gedruckten Daten ab. SIX stellt für genau diese Selbstkontrolle Validierungs-Tools bereit.

Datenqualität schlägt Formatierung. Ein Code mit veraltetem IBAN oder falsch getippter Referenz scheitert, selbst wenn der Schein makellos aussieht — halten Sie Bankdaten, Adresse und Referenzformat im erzeugenden Werkzeug aktuell. Klartext und codierte Daten müssen immer übereinstimmen.

Machen Sie schliesslich den Versionskalender Teil Ihrer Jahresroutine: Version 2.4 gilt ab November 2026, euroSIC endet 2027 — wer in CHF fakturiert, kann das meiste ignorieren, wer in EUR fakturiert, sollte früh handeln. facturio erzeugt QR-Rechnungen nach den aktuellen Swiss Implementation Guidelines — der Standard bleibt damit die Aufgabe Ihrer Software, nicht Ihre.

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