Zahlungsfristen auf Schweizer Rechnungen: Was ist Standard?
Das Schweizer Recht schreibt keine Zahlungsfrist auf Rechnungen vor. Diese Freiheit klingt schön, schafft aber ein Problem: Wenn du keine angibst, wird «wann immer es dem Kunden passt» zum Standard. Deshalb ist eine klare Frist wichtig.
Der 30-Tage-Standard
In der Schweizer B2B-Praxis sind 30 Tage der faktische Standard. Kurz genug, um den Cashflow gesund zu halten, und lang genug, um für den Kunden zumutbar zu sein.
Gib die Frist klar auf der Rechnung an, zum Beispiel «Zahlbar innert 30 Tagen». Eine klare, schriftliche Frist beseitigt Unklarheiten und gibt dir ein festes Datum, auf das du dich stützen kannst.
Bei Privatkunden oder kleineren Beträgen sind kürzere Fristen von 10 bis 14 Tagen üblich. Bei langjährigen Geschäftsbeziehungen gewähren manche Firmen 60 Tage — aber nur bewusst, nicht aus Versehen.
Welche Frist du auch wählst: Halte sie auf Offerten und Rechnungen einheitlich. Ein Kunde, der in der Offerte eine andere Frist sieht als auf der Rechnung, hat eine Ausrede, zu spät zu zahlen.
Skonto für schnelle Zahlung
Ein üblicher Anreiz ist Skonto für schnelle Zahlung: «2 % Skonto bei Zahlung innert 10 Tagen, sonst netto 30 Tage.» Das belohnt pünktliche Zahler und signalisiert, dass dir Liquidität wichtig ist.
Der Mechanismus ist einfach: Der Kunde zieht den angegebenen Prozentsatz ab, wenn das Geld vor der früheren Frist eintrifft, andernfalls zahlt er den vollen Betrag bis zum Enddatum.
Bevor du Skonto gewährst, rechne deine Marge durch. Zwei Prozent auf jeder Rechnung summieren sich — vergewissere dich also, dass das schnellere Geld deinem Geschäft wirklich nützt.
Gib Skonto und beide Fristen unmissverständlich auf der Rechnung an. Uneindeutige Formulierungen geben dem Kunden Raum, den Skonto verspätet zu beanspruchen, und Streit um wenige Prozente lohnt sich selten.
Was tun, wenn die Zahlung verspätet ist
Wenn eine Rechnung das Fälligkeitsdatum überschreitet, eskaliere in bedachten Schritten. Eine ruhige, dokumentierte Abfolge ist wirksamer als eine einzige verärgerte E-Mail.
- Zahlungserinnerung — ein freundlicher Anstoss, meist 1–2 Wochen nach Fälligkeit. Noch ohne Gebühren.
- Mahnung — eine förmliche Erinnerung mit neuer Frist (oft 10–14 Tage) und, wo vereinbart oder üblich, einer Mahngebühr.
- Betreibung — das förmliche rechtliche Verfahren. Das ist das letzte Mittel und sollte nicht der erste Schritt sein.
Beginne ein bis zwei Wochen nach Fälligkeit mit einer freundlichen Erinnerung. Die meisten verspäteten Zahlungen sind Versehen, und ein höflicher Anstoss löst sie ohne Gebühren.
Wenn das nicht hilft, schicke eine förmliche Mahnung mit neuer Frist — oft 10 bis 14 Tage — und, wo vereinbart oder üblich, einer Mahngebühr. Das signalisiert, dass du die Sache ernst nimmst.
Erst als letztes Mittel greifst du zur Betreibung, dem förmlichen rechtlichen Verfahren. Halte jede Erinnerung höflich, sachlich und gut dokumentiert, denn ein klarer schriftlicher Nachweis zählt, wenn ein Streit dieses Stadium erreicht.
Erwartungen von Anfang an klären
Am einfachsten vermeidest du das Nachfassen, indem du die Bedingungen vor Arbeitsbeginn vereinbarst. Halte Preis, Zahlungsfrist und allfällige Mahngebühren schriftlich fest.
Sorge dann dafür, dass jede Rechnung dieselben Bedingungen wiederholt. Einheitlichkeit vermeidet Überraschungen und gibt dir bei verspäteter Zahlung einen klaren Bezugspunkt.
Eine saubere QR-Rechnung macht das Bezahlen mühelos. Je weniger Reibung ein Kunde erlebt, desto schneller kommt das Geld meist — Zahlungsfristen sind nur die halbe Miete.
Wenn ein Kunde wiederholt zu spät zahlt, überdenke die Beziehung: Kürze die Fristen, verlange eine Anzahlung oder überdenke das Projekt. Deine Bedingungen sollten das tatsächliche Zahlungsverhalten des Kunden widerspiegeln.
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