Factoring in der Schweiz (Forderungsverkauf): Rechnungen sofort in Liquidität verwandeln
Ihre Rechnungen laufen auf 30, 60 oder 90 Tage, aber Miete, Lohn und AHV sind heute fällig. Factoring schliesst diese Lücke: Sie verkaufen Ihre Forderungen an eine Factoringgesellschaft — mit der Vorfinanzierung ist jede Rechnung sofort bezahlt.
Was Factoring ist und wie der Verkauf abläuft
Factoring beschafft kurzfristige Liquidität: Die nominalen Forderungen aus Ihren Lieferungen und Leistungen werden an eine Factoringgesellschaft verkauft. Wie das KMU-Portal beschreibt, erhalten Sie einen Ausgleich, der Ihre flüssigen Mittel verbessert, oder eine Kreditlimite im Verhältnis der verkauften Forderungen — mit oder ohne Ausfallrisiko, je nach Vereinbarung.
Ihr Arbeitsablauf ändert sich kaum: liefern, fakturieren, Forderung abtreten. Mit der Vorfinanzierung ist jede Rechnung sofort bezahlt, und der Factor verdient die Differenz zwischen der Zahlung Ihres Kunden und dem Kaufpreis, den er Ihnen bezahlt hat (ESTV-Praxis).
Es ist kein Bankkredit, der mit Ihren Forderungen besichert ist: Das KMU-Portal grenzt Factoring von der Abtretung der Forderungen als blosser Kreditsicherheit ab. Als echter Kauf verkürzen die verkauften Forderungen die Bilanz und erhöhen die Eigenkapitalquote (Factoringverband).
Nicht jede Rechnung eignet sich: Den Forderungen müssen vollständig erbrachte Leistungen zugrunde liegen. Hersteller, Handel und Dienstleister vieler Branchen nutzen Factoring im Inland wie im grenzüberschreitenden Verkehr (Factoringverband).
Die Varianten, die man Ihnen anbietet
Die erste Frage ist das Risiko: Übernimmt der Factor das Ausfallrisiko, handelt es sich um echtes Factoring; ohne diese Übernahme ist es unechtes Factoring, und der Zahlungsausfall bleibt Ihr Problem (Factoringverband).
Die zweite Frage ist Transparenz: Beim offenen Factoring wird der Kunde über den Verkauf informiert und zahlt direkt an den Factor — mit Hinweis auf der Rechnung; beim stillen Factoring bleibt die Abtretung unerwähnt. In der Schweiz wird überwiegend die offene Abtretung praktiziert (Factoringverband).
Das Obligationenrecht erklärt warum: Eine Forderung kann ohne Zustimmung des Schuldners abgetreten werden, doch bedarf die Abtretung der schriftlichen Form. Bis der Kunde davon erfährt, befreit ihn die Zahlung in gutem Glauben an Sie als bisherigen Gläubiger.
Die Anbieter bündeln das zu Produkten: Full-Service-Factoring ergänzt die Finanzierung um das komplette Debitorenmanagement und ist die meistgewählte Variante; Bulk- oder Inhouse-Factoring lässt die Debitorenbuchhaltung bei Ihnen; Fälligkeits-Factoring verzichtet auf die Vorfinanzierung; Export-Factoring deckt grenzüberschreitende Geschäfte (Factoringverband).
Was Factoring kostet
Kalkulieren Sie zwei Komponenten: eine Gebühr für das Ausfallrisiko und das Debitorenmanagement, je nach Aufwand und Risiko typischerweise 1,0 bis 3,0 Prozent der Rechnungsbeträge, dazu Zinsen in Höhe banküblicher Kontokorrentzinsen (Factoringverband).
Die Gebühr wird von der Gutschrift abgezogen und setzt sich aus den Zinsen für die bereitgestellte Liquidität und dem Ausfallrisiko zusammen (Schweizerischer Bankierverband).
Das KMU-Portal gibt eine Grössenordnung vor: Ab CHF 1 Million Jahresumsatz können Gebühren von 0,5 bis 2 Prozent des Umsatzes gerechtfertigt sein, und Factoring sollte nie mehr kosten als Ihr eigenes Debitorenmanagement samt Säumnis- und Ausfallkosten.
Stellen Sie dem Preis den Nutzen gegenüber: weniger gebundenes Kapital, Skonti beim Einkauf, Schutz vor Zahlungsausfällen, laufende Bonitätskontrolle und ein verbessertes Bilanzbild (Factoringverband). Für junge, schnell wachsende Unternehmen, die ihren Umsatz nicht über Bankkredite finanzieren wollen, kann das die Gebühr wert sein (KMU-Portal).
MWST, Rechnungsstellung und die Entscheidung
Für MWST-Pflichtige ändert der Verkauf nichts am Grundgeschäft: Forderungsverkauf und Forderungsabtretung lassen das Leistungsverhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Kunden unberührt, und Sie versteuern den Nennwert der Forderung, nicht den vergünstigten Kaufpreis des Factors.
Der Zeitpunkt folgt Ihrer Abrechnung: Nach vereinbarten Entgelten entsteht die Steuer mit der Rechnungsstellung, nach vereinnahmten Entgelten mit dem Erhalt des Kaufpreises (ESTV-Praxis).
Ein Fallstrick zählt: Solange der Factor die Ausfälle trägt, akzeptiert die ESTV keine Entgeltsminderung für unbezahlte fakturierte Forderungen, es sei denn, der Ausfall ist definitiv — etwa wenn der Schuldner aus dem Handelsregister gelöscht wurde oder die Forderung verjährt ist. Klären Sie fakturierte Abschreibungen zuerst mit Ihrer Treuhand.
Die günstigste Liquidität bleibt aber die Rechnung, die sofort rausgeht und konsequent nachgefasst wird: facturio setzt auf jede Rechnung einen SIX-konformen QR-Code, verschickt die Mahnungen automatisch und bucht Zahlungseingänge über die Referenz — verkürzen Sie zuerst Ihr Debitorenlauf, und lassen Sie Factoring den Rest decken.
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